Die Entwicklungsgesellschaft – es brennt!

Es brennt!

Die Entwicklungsgesellschaft – oder: Wann hat die Spaltung der Gesellschaft begonnen?

„Immer noch Corona“ (Stand September 2021).

Als das Schreckgespenst Corona die Welt Ende 2019 eroberte, waren wohl die meisten Menschen in Deutschland aufgrund der sich hierzu überschlagenden Meldungen angsterfüllt und entsetzt. Entsetzt ob der Bilder von Toten, überlasteten Intensivstationen in Krankenhäusern inklusive Klinikpersonal wie z. B. in Italien, China, New York, Peru, Brasilien usw., und entsetzt über die schnell ansteigenden Fallzahlen von Toten und Schwerkranken und vor allem entsetzt über die rasante globale Ausbreitung des Virus. Es gab offensichtlich keinen Ort auf der Welt, den das Virus verschonte, keine Möglichkeit sich dem zu entziehen, denn es war und ist immer noch überall gegenwärtig. Tatsachen, mit denen die Wenigsten von uns jemals gerechnet hätten.

Am 11.März 2020 erklärte der Generalsekretär der WHO den Ausbruch des Virus offiziell zur Pandemie, also eine weltweite Epidemie.

Die ersten Lockdowns wurden verhängt. Wir blieben alle zu Hause und Chaos beherrschte Politik, Wirtschaft, Gesundheits- und Bildungswesen sowie nahezu alle öffentlichen und privaten Bereiche.

Wir lernten schnell, uns zu organisieren, auch wenn die Meisten von uns das erste Mal vor ziemlich leer gekauften Supermarktregalen standen. Ein ungewöhnliches Erlebnis, aber letzten Endes haben doch alle ihre Hygieneprodukte bekommen.

Wir waren alle gleichermaßen von etwas Unbekanntem bedroht, das niemand auf der Welt so richtig einzuordnen wusste. Was wir zu dem damaligen Zeitpunkt zu wissen glaubten war, dass es sich um eine neuartige, gefährliche Krankheit handelt, vor der es sich mit allen Mitteln zu schützen galt.

Die Menschen, die erkrankt waren und leider auch die, die verstarben sowie deren Angehörige, hatten unser größtes Mitgefühl.

Wir waren erschüttert über die Bilder, die uns aus überfüllten Intensivstationen aus aller Welt erreichten, doch eine große Welle der Solidarität sowie das Gefühl „nur gemeinsam sind wir stark“ hat viele Menschen in 2020 vereint.

Erinnern wir uns an die Aktionen zur Unterstützung des völlig überforderten Pflegepersonals, an die vielen Balkongesänge und Wohnzimmerkonzerte in Italien, China, an die tollen Tanzaktionen, die Jerusalema Challenges, die um die ganze Welt gingen.

Wir sind zusammengerückt, waren hilfsbereit und solidarisch im Kollektiv.

Wir saßen alle im gleichen Boot!

Bis dato gab es kein probates Mittel, die Infektion zu bekämpfen. Wissenschaft, Politik und Ärzteschaft standen unter Dauerstress. Es galt, keine Zeit zu verlieren und der Wettlauf nach einem geeigneten Mittel zur Bekämpfung des Virus hatte weltweit begonnen. Kapital stand in ungeheuren Mengen zur Verfügung, um die Entwicklung eines Impfstoffes gegen den Erreger SARS-CoV 2 in den führenden Ländern der Welt voranzutreiben.

20.12.2020 – es ist soweit – Licht am Ende des Tunnels?

„Das Mainzer Unternehmen Biontech und sein Partner Pfizer haben formell bei den US-Behörden eine Notfallzulassung für ihren Corona-Impfstoff beantragt. Laut Biontech könnten noch dieses Jahr bis zu 50 Millionen Impfstoffdosen produziert werden.“ 1)

Biontech und Pfizer rechnen derzeit damit, noch in diesem Jahr bis zu 50 Millionen Impfstoffdosen weltweit produzieren zu können. Bis Ende 2021 sollen 1,3 Milliarden Dosen bereitgestellt werden. Die Unternehmen seien demnach innerhalb weniger Stunden nach einer Zulassungserteilung bereit, den Impfstoff auszuliefern. 1)

In unglaublich kurzer Zeit ist es gelungen, den ersehnten Impfstoff gegen Corona zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Das war der Startschuss für die Politik, um mit den Impfungen in Deutschland zu beginnen. Die erste Impfdosis wurde einer 101-jährigen Dame in einem Pflegeheim am 26.12.2020 verabreicht. 2)

27.12.2020 – offizieller Impfstart in Deutschland 2)

Ist das bereits der Zeitpunkt, an dem die schleichende Spaltung der Gesellschaft begann?

Man könnte zu diesem Ergebnis gelangen, wenn man den Aspekt betrachtet, dass der neuartige Impfstoff von vielen sofort gewollt aber nicht für alle sofort verfügbar war. Oberste Prämisse war es, zuerst die vulnerablen Gruppen zu immunisieren und dazu zählten überwiegend ältere Menschen in Heim- und Pflegeeinrichtungen.

Aber noch war es nicht soweit und die meisten von uns zeigten sich – im bereits zu dieser Zeit zweiten Lockdown – noch ziemlich solidarisch untereinander und ein Gefühl der Spaltung war für mich kaum wahrnehmbar. Missstimmungen, ja die gab es natürlich, auch schon im ersten Lockdown. Nicht „korrektes“ Verhalten z. B. von Jugendlichen in Zeiten von erlassenen und für alle gültigen Maßnahmen, kam nicht bei jedem gut an.

Frühjahr 2021 – bis heute

Die Spaltung unserer Gesellschaft wurde in dem Moment offen sichtbar, indem für ein breites Spektrum der Bevölkerung der Impfstoff verfügbar war.

Die Impfkampagne wurde mehr und mehr beworben und wer wollte, konnte und kann sich bis heute impfen lassen.

Die der Impfung kritisch gegenüberstehende Mitmenschen, sehen sich durch Maßnahmen der Politik, zunehmend auch aus der Wirtschaft und vor allem auch im privaten Umfeld, mit Anfeindungen, Unverständnis und abnehmender Toleranz konfrontiert.

Mehr als beschämend ist es, dass Freundschaften deshalb auseinandergehen und auch Familien unter dieser Thematik leiden.

Die Spaltung unserer Gesellschaft wird durch politische Maßnahmen täglich neu befeuert. Die Medien mit ihrer oft einseitigen Berichterstattung sind als Überbringer immer mehr nur ausführendes Organ. Kritische Berichterstattung wird seltener.

Nie war dies so deutlich zu spüren, zu hören und zu sehen wie jetzt (September 2021).

Was vor einem Jahr noch nicht denkbar war ist eingetreten. Nicht passende Meinungen oder Ansichten wurden und werden in sozialen Medien geblockt.

Deutschland ist zwiegespalten – und wie! Das hätte ich nie erwartet.

Auf der einen Seite gibt es die Verfechter der Pro-Impfung und auf der anderen Seite steht eine nicht unerhebliche Anzahl der immer noch nicht Geimpften.

Mit welchen Argumenten sich die immer noch nicht Geimpften auseinandersetzen müssen, geht oftmals viel zu weit. Toleranz ist kaum noch wahrnehmbar.

Der Versuch der Impfbefürworter mit verschärften Maßnahmen, beschönigenden Veröffentlichungen, verharmlosenden Fakten usw. mehr Menschen zu der Impfung zu bewegen, hat nicht viel bewegt.

Schamlose, wenn nicht sogar geschmacklose und auch falsche Äußerungen von Menschen, die unser Land regieren, hören immer noch nicht Geimpfte immer öfter. Das geht entschieden zu weit! Mit Verständnis und Solidarität hat das nichts mehr zu tun. Und die breite Masse der Geimpften folgt nur zu bereitwillig der vorgegebenen Richtung. Das ist einfach. So ist jedenfalls mein Empfinden.

Es kann doch nicht sein, dass kritisch denkende Menschen sich nahezu genötigt sehen sich verteidigen zu müssen, um eben nicht! als Covidioten, Impfgegner, Querdenker, Nazis und nun auch noch als „Bekloppte“ und „Bildungsunwillige“ wahrgenommen zu werden, nur weil sie sich für ein anderes Lebensmodell entschieden haben! 3)

Letztere „Bezeichnungen“ von einem Mann, der einmal das höchste Amt in Deutschland innehatte.

Das ist beschämend!

Der politische Ton sowie der Ton derer, denen es u. a. aus wirtschaftlichem Interesse nicht ins Konzept passt und die partout nicht kapieren wollen, dass es immer auch anders Denkende zum Thema Impfen gibt, wird zunehmend rauer und aggressiver. Eine stetige Abnahme von Toleranz ist das negative Ergebnis.

Die politischen und wirtschaftlichen Entscheider haben, im Gegensatz zu den immer noch nicht Geimpften, ein sehr viel höheres Machtpotential, ihre Interessen durchzusetzen.

Zunehmend erleichtert wird ihnen das durch die hohe Anzahl der Geimpften (mehr als 60 %, Stand September 2021), denn diese Gruppe schaut nicht mehr so genau hin, ist kaum noch betroffen, diskussionsmüde und viele davon sind zudem überzeugt, dass nur der vorgegebene Weg, nämlich der der Impfung, der einzig richtige Weg ist.

Widerstand regt sich, wenn überhaupt, nur noch von Menschen, die im Moment mit „Ausgrenzungen“ und „Stigmatisierung“ umgehen lernen müssen, denn so fühlt es sich tatsächlich an.

Bezogen auf 2020 habe ich festgehalten:

Die Menschen, die erkrankt waren und leider auch die, die verstarben, hatten unser größtes Mitgefühl.

Bezogen auf 2021 kann ich mir nur wünschen:

Die Menschen, die erkranken werden und eventuell auch versterben werden, haben weiterhin unser größtes Mitgefühl.

Mein Eindruck mag mich täuschen, aber ich habe das Gefühl, es ist bereits schon so weit gekommen, dass es im Falle einer Erkrankung dann lapidar heißt: Die sind doch alle selbst schuld.

Aus Geschichte soll man lernen, im Moment kann ich daran nur zweifeln.

So einfach ist das, so geht Spaltung in Deutschland.

Wir dürfen das nicht zulassen!


Quellen:

(1) https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/mainz/biontech-vor-zulassungsantrag-usa-erfolgreiche-studie-100.html

(2) https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-12/coronavirus-erste-impfungen-impfstoff-halberstadt

(3) https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/joachim-gauck-greift-impfgegner-als-bekloppte-an-17532805.html


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